Die Kirchensteuer ist ein Abzug, den nur Mitglieder steuererhebender Religionsgemeinschaften zahlen. Sie betraegt 9% deiner Lohnsteuer (in Bayern und Baden-Wuerttemberg nur 8%). Klingt wenig? Bei einem Bruttogehalt von 4.500 Euro und einer Lohnsteuer von etwa 600 Euro sind das 48-54 Euro monatlich – also 576-648 Euro im Jahr.
Lohnt sich ein Kirchenaustritt finanziell? Rein rechnerisch: Ja, besonders bei hoeheren Einkommen. Bei 6.000 Euro brutto sparst du durch Austritt etwa 80-100 Euro monatlich oder 1.000 Euro im Jahr. Allerdings: Die Kirchensteuer ist steuerlich absetzbar, was die Ersparnis um etwa ein Drittel reduziert. Real sparst du also circa 650-700 Euro jaehrlich. Der Austritt erfolgt beim Standesamt oder Amtsgericht (je nach Bundesland) und kostet einmalig 0-60 Euro Gebuehr.
Gut zu wissen: Der Abzug erfolgt automatisch, wenn du beim Bundeszentralamt fuer Steuern als Kirchenmitglied gefuehrt bist. Nach einem Austritt endet die Steuerpflicht zum Folgemonat. Die gesparte Kirchensteuer kannst du dann zum Beispiel direkt spenden – das ist dann sogar zu 100% absetzbar, nicht nur zu einem Drittel.